Würdigung und Demonstration
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Am 3. Juli jährt sich zum 65. Mal der Todestag von Max Braun, seines Zeichens langjähriger Vorsitzender der SPS (Sozialdemokratische Partei Saar) und einer der erbittersten Kämpfer gegen den Anschluss des Saarlandes 1935 ans deutsche Reich.
Braun war federführend bei der Ausarbeitung und Propagierung eines “Dritten Weges”, der neben den bestehenden Möglichkeiten – nämlich den Anschluss des Saarlandes entweder an Frankreich oder an Deutschland – die Fortsetzung des Sonderstatus unter Kontrolle des Völkerbundes vorsah.
Gleichzeitig setze er sich für eine umbedingte Aussöhnung mit – dem durch deutsche Truppen im 1. Weltkrieg stark zerstörten – Frankreich ein.
Nach dem Anschluss an Deutschland flüchtete Braun mit einigen tausend weiteren Antifaschisten und Hitler-Gegnern zunächst nach Frankreich und nach dessen Besetzung durch deutsche Truppen weiter nach London, wo er 1945 starb.
Im Zuge der Nachkriegszeit, und den – leider fast vollständigen – Bemühungen der Nachkriegsregierungen, jegliche Würdigung und Erinnerung saarländischer Antifaschist_innen und Widerstandskämpfer_innen zu zerstören, wurde auch der Name Max Braun fast vollständig aus dem Gedächtnis der saarländischen Geschichte gelöscht.
Zum 65. Todestag von Max Braun veranstaltet die Antifa Saar / Projekt AK, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns – CriThink e.V – sowohl eine Infoveranstaltung, als auch eine Demonstration an der ehemaligen Max-Braun Straße, um sowohl dessen Kampf gegen den Hitler-Faschismus zu gedenken, aber auch um die heutigen Kämpfe gegen Rassismus, Antisemitismus und besonders Deutsch-Nationalismus in diesen Kontext zu stellen.
Dazu findet am 1. Juli in der Nauwies 19 (Nauwieserstr. 19, 66111 Saarbrücken) zunächst eine Infoveranstaltung statt, in der über das Leben und Wirken von Max Braun referiert wird. Berichten wird zum einen Richard Bermann – Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar – über seine Erlebnisse und die seines Vaters, welcher nach seiner Emigration nach Frankreich, dort in der Resistance kämpfte. Desweiteren spricht Erich Später – Vorsitzender der Heinrich-Böll Stiftung Saar und Autor mehrerer Bücher – über die historischen Hintergründe von Braun’s antifaschistischem Kampf und dem Umgang der Erinnerungen nach Kriegsende an ihn.
Das Ganze beginnt um 20.00 Uhr, der Eintritt ist frei.
Desweiteren findet am Samstag, den 3. Juli um 11.00 Uhr eine Demonstration unter dem Motto “Kein Kompromiss mit der Barbarei – Gegen Antisemitismus, Rassismus und Deutschen Nationalismus” statt. Treffpunkt ist die Großherzog-Friedrich Straße (ehemalige Max-Braun-Straße) / Ecke Hellwigstr.
Weitere Infos:
- Sonderseite der Antifa Saar / Projekt AK zu den beiden Terminen (inkl. einem ausführlichen Aufruf)
- Flyer zur Infoveranstaltung am 1. Juli
- Flyer zur Demonstration am 3. Juli